Die Schönstattfamilie der
St. Elisabeth-Gemeinde Weißenfels

Was ist Schönstatt?

Die Apostolische Bewegung von Schönstatt geht zurück auf die Intuition des jungen Pallotinerpaters Josef Kentenich (1858 - 1968), dem 1912 die Seelsorge in einem Studentenheim am Ort Schönstatt anvertraut wurde. Von diesem Ort erhält das Werk auch den Namen. In der Erfüllung seiner Aufgaben erkennt Pater Kentenich schon bald die Notwendigkeit, die Glaubenswahrheiten mit den Zeiterfordernissen zu verbinden.

Getreu den Weisungen des Gründers strebt die Apostolische Bewegung von Schönstatt die Erziehung von christlichen Persönlichkeiten und Gemeinschaften an, die fähig sind, in der Welt, in der sie leben, aus freier Entscheidung Gottes Pläne zu suchen und zu verwirklichen. Der Weg der Erziehung, den die Bewegung führt, ist Frucht ihrer Spiritualität und gründet in der Selbsterziehung, im Glauben an die Vorsehung, im Bemühen um Heiligkeit im Werktag, in der freien Verfügbarkeit, Gottes Werkzeug zu sein.

Das besondere Ziel der Bewegung ist die geistige Erneuerung der Christen; zu diesem Ziel sollen erzieherische und religiöse Aktivitäten und soziale Projekte verhelfen, auch in Zusammenarbeit mit anderen kirchlichen Bewegungen.

Die Schönstattfamilie
in unserer Pfarrgemeinde

In unserer Pfarrgemeinde gibt es auch Mitglieder aus verschiedenen Schönstattgruppierungen. Alle sind beheimatet und haben ihren Ursprung im Heiligtum der Dreimal Wunderbaren Mutter in Schönstatt.

In einem kleinen Kapellchen, in Vallendar bei Koblenz, wurde die Gemeinschaft von Pater Josef Kentenich am 18. Oktober 1914 gegründet. An diesem Tag hielt Pater Kentenich den Studenten der Marianischen Kongregation im Michaelskapellchen einen Vortrag, der später als „Gründungsurkunde" in die Geschichte der Schönstattgemeinschaften eingegangen ist.

Heute ist die Schönstattgemeinschaft in 42 Ländern mit etwa 96 000 Mitgliedern verbreitet. Schönstattheiligtümer gibt es inzwischen auf allen Kontinenten der Erde.

Heimisch geworden ist Schönstatt in unserer Gemeinde durch Pfarrer Paul Holzem. Er war von 1942 - 1974 Pfarrer unserer Gemeinde. Er gehörte dem Institut des Schönstatt Diözesanpriester Verbandes an. Für die Arbeit in der Pfarrei holte er sich schon bald eine Marienschwester nach Weißenfels. Am 31.12.1942 kam Schwester Helmaris als erste „Pfarrschwester" hier an. Ihr folgten 1944 Schwester M. Ignata, welche die Arbeit in der Sakristei und den Kirchenschmuck übernahm und Schwester M. Gaudentia, die erste Krankenschwester in unsere Gemeinde.

Die eigentliche Gründung der Schwesternfiliale und die Einweihung der Wohnung für die Schwestern fand am 24. September 1944 statt. Einen Monat später kam Schwester M. Eveline, Krankenschwester, das erste Mal in unsere Gemeinde. Ein großes Apostolatsfeld bot sich auch über unsere katholische Pfarrgemeinde hinaus allen Marienschwestern, die in der Kranken - und Altenpflege in Weißenfels eingesetzt waren und es bis zum heutigen Tag sind. Für viele Menschen hier in der Stadt und in der Umgebung ist das der Kontakt, durch den sie mit Gott bekannt werden.

Die Arbeit der Marienschwestern wurde sehr geschätzt und zeigte bald Früchte. Am 29.April 1946 fuhren drei Mädchen zu einem Einkehrtag nach Friedrichroda, die begeistert wieder kamen. Zwei Monate später entstand unter Führung von Schwester M. Ignata die erste Schönstatt - Mädchengruppe und bald danach der erste Frauenkreis mit sechs Mitgliedern.
Danach folgten Mütter -, Frauen - und Jugendgruppen.

Pater Kentenich, der von der Gestapo von 1942 - 1945 im Konzentrationslager Dachau inhaftiert war, besuchte nach seiner Entlassung alle Schwesternfilialen in Deutschland.
Am 13.Juli 1946 war er einen Abend auch in Weißenfels. Er besuchte die Marienschwestern, übernachtete im Pfarrhaus und fuhr am Morgen des 14. Juli weiter nach Bitterfeld.

Von 1963 bis 1969 war Vikar Heinrich Aust in unserer Pfarrei tätig.
Er gehört der gleichen Schönstatt - Priestergemeinschaft an, wie Herr Pfarrer Holzem.

Während Herr Vikar Aust hier tätig war, kam es zu einer sehr regen Schönstattarbeit mit den Jungmännern.
Außer Wallfahrten nach Friedrichroda, war in jedem Jahr die Pater - Reinisch - Vigil verbunden mit einer Tagung in Kirchmöser ein besonderer Höhepunkt.

Aus der Schönstattmannesjugend unserer Pfarrei sind einige Priester hervorgegangen. Mehrere Ehepaare mit ihren Kindern schlossen sich hier in Weißenfels dem Schönstatt - Familienbund an. Diese sind auch jetzt noch aktiv dabei und für unsere Pfarrei eine große Bereicherung.

Außer dem Familienbund gibt es bis zum heutigen Tag auch Mitglieder des Schönstatt -Frauenbundes, eine Mütterligagruppe, eine Familienligagruppe und Mitglieder des Wallfahrtskreises. In jedem Jahr nehmen Gemeindemitglieder an Wallfahrten nach Schönstatt oder Friedrichroda zu einem Heiligtum der Dreimal Wunderbaren Mutter von Schönstatt teil.

Am 18. jeden Monats wird in unserer Pfarrei an den Gründungstag Schönstatts durch die Feier einer Bündnismesse erinnert. Ohne die Schönstätter wäre unsere Pfarrei um manches ärmer. Es würden treue Beter und Besucher der Werktagsmessen fehlen und die, die immer bereit sind, Aufgaben jeder Art in der Pfarrei zu übernehmen, sei es bei der Gestaltung und Vorbereitung von Festen, beim Kirchputz oder ganz spontan, wenn irgendwo in der Pfarrei Hilfe benötigt wird.

Das Ziel Schönstatts ist die marianische Christusgestaltung von Welt und Kirche. Das ist das eigentliche Anliegen unseres Gründers gewesen, und ihm ordnet sich alles andere unter. Wenn wir das alle in unseren Herzen wach halten und darauf achten, dass die äußeren Aktivitäten und auch jeder ideelle Einsatz sich an diesem hohen Ideal ausrichtet, dann werden wir unseren Auftrag in der Kirche und für sie auch hier in Weißenfels erfüllen können.